{"id":2314,"date":"2010-01-23T03:46:32","date_gmt":"2010-01-23T02:46:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.goingeast.de\/?p=2314"},"modified":"2010-01-23T04:01:02","modified_gmt":"2010-01-23T03:01:02","slug":"gegensatze-willkur-und-unmoglichkeiten","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.mykop.de\/?p=2314","title":{"rendered":"Gegens\u00e4tze, Willk\u00fcr und Unm\u00f6glichkeiten"},"content":{"rendered":"<p>Als ich in M\u00e4rz 2007 das erste Mal in China begr\u00fc\u00dft wurde, geschah dies mit den Worten &#8220;Willkommen im Land der unbegrenzten Unm\u00f6glichkeiten!&#8221; Die Anspielung fand ich anfangs lustig, sp\u00e4ter verfolgte mich dieser Satz mal um mal. Ist man in China, lebt man in China, h\u00e4lt man sich in China auf, so kommt es sicher mehr als einmal vor, dass etwas Kurioses passiert. <!--more--><\/p>\n<p>Wenn Touristen in China auf der Durchreise sind, f\u00e4llt diese scheinbar nicht wirklich auf. Da brauch es schon mehr als 10 Tage Sightseeing von Hong Kong nach Shanghai und zur\u00fcck \u00fcber Peking. Bei Gespr\u00e4chen im Freundeskreis tauchen in den letzten Tagen vermehrt die Worte &#8220;Gegens\u00e4tze&#8221; und &#8220;Willk\u00fcr&#8221; auf. Gegens\u00e4tze im Tun und Denken, Willk\u00fcr in Bezug auf die Art und Weise wie die Regierung die Dinge in China regelt. <\/p>\n<p>1) So war es w\u00e4hrend Olympia 2008 die Regel, dass nur 50% der Autos fahren durften, geregelt \u00fcber die letzte Zahl des Nummernschildes (z.B. <a href=\"http:\/\/www.chinacartimes.com\/2008\/06\/21\/beijing-to-use-oddeven-license-plate-numbers-to-control-traffic\/\">hier<\/a>). Nur 50% der Autos auf der Strasse zu haben, klingt sehr sch\u00f6n, zumal Gro\u00dfst\u00e4dte wie Peking es nicht einfach haben mit der Vielzahl an Fahrzeugen. Ob es jedoch wirklich funktionierte, kann ich nicht bewerten, da ich den Verkehr hier bis dahin nicht kannte bzw. einfach nicht vergleichen konnte. Nehmen wir aber an, dass es eine gewisse Wirkung hatte, entschied man die Regel in abgeschw\u00e4chter Form beizuhalten, n\u00e4mlich pro (Arbeits-)Wochentag zwei Nummernschilder nicht fahren zu lassen, jeweils rotierend. Nach meiner Rechnung m\u00fcssen das 2 von 10 Nummern, also t\u00e4glich nur 80% der Fahrzeuge auf der Strasse. Da Olympia aber schon mehr als ein Jahr zur\u00fcckliegt, kommen doch einige, <em>wenige<\/em> Fragen auf.<br \/>\nOlympia ist vorbei, so auch der Ausnahmezustand. Wie kommen nun die 20% der Leute zur Arbeit? Mit dem Taxi? Dann ist doch ein weiteres Auto auf der Strasse, auf der gleichen Strecke wie das &#8220;gesperrte&#8221; Auto auch w\u00e4re. Fahrgemeinschaft w\u00e4re eine M\u00f6glichkeit, jedoch wohnen die Leute selten nebeneinander und arbeiten in der selben Firma.<br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.cbc.ca\/gfx\/images\/news\/photos\/2007\/08\/17\/china-cp-3441240.jpg\" alt=\"traffic_china\" \/><br \/>\nInteressant ist also, dass man vermehrt h\u00f6rt, dass der Trend zum Zweitwagen geht, wenn man es sich leisten kann. Neues Auto, neues Nummernschild, keine Beschr\u00e4nkung. Klingt im ersten Ansatz nicht so positiv, aber auch nicht so tragisch. Jedoch bedeutet dies, dass unter der Woche die Regelung (mit diesem Trick) ausgehebelt ist, w\u00e4hrend am Wochenende (mit diesem Trick) gerne pro Familie dann zwei Autos auf den Strassen sind. Pekinger Taxifahrer berichten, dass nun neuerdings auch am Wochenende vermehrt Staus stattfinden, die vor der Regelung nicht da waren oder nicht in der Intensit\u00e4t zur Kenntnis genommen wurden. Naja.<br \/>\nWeiterhin sieht man in regelm\u00e4ssigen Abst\u00e4nden Fahrzeuge, die ihre letzte Ziffer auf dem Nummernschild abklebt oder abgedeckt haben, mit Pappe, CDs oder sonstigem Material. Diese Idee ist an Auff\u00e4lligkeit kaum zu \u00fcberbieten, g\u00e4be es da nicht den ab und an gesehenen &#8220;Endgegner&#8221;, der das komplette Nummernschild abnimmt und f\u00e4hrt. Fragezeichen machen sich breit.<\/p>\n<p>2) Das Internet, als Ausdruck grenzenloser Freiheit, eingerissener Mauern und durchbrochener Grenzen &#8211; wir sind im 21. Jahrhundert. Nicht so in China, wo seit Mitte 2009 Facebook gesperrt ist, youtube nicht erreichbar ist, stellenweise google oder yahoo nicht mal funktionieren und neuerdings Flickr und Picasa ihren Dienst verweigern. Nach Sinn und Unsinn ist dann sicher nicht mehr zu fragen, Antworten hat es ohnehin nie gegeben.<br \/>\nInteressant waren auch die Einblicke eine Kollegen, der schon eine Weile l\u00e4nger in China lebt und entsprechend mehr Informationen besitzt. So ist bekannterweise der Zugriff auf Internetseiten mit pornografischen Inhalten ebenfalls gesperrt und verboten, w\u00e4hrend der Friseur von nebenan mit roter Leuchtreklame zum sp\u00e4ten Haarschnitt nach 22 Uhr einl\u00e4dt und scheinbar toleriert und geduldet wird. Letzterer Satz sollte vermutlich mit einigen Fragezeichen versehen werden, da ich das System noch nicht wirklich verstanden, durchschaut und hinterfragt habe, aber f\u00fcr mich ich die Kontroverse nicht zu leugnen.<\/p>\n<p>3) &#8230;<\/p>\n<p>Ich k\u00f6nnten an zwei, drei Stellen fortfahren, jedoch ist dies vermutlich vergebene M\u00fche.<br \/>\nIn Summe ist \u00e4rgerlich, dass ein tolles Land, mit tollen Menschen und vielen gro\u00dfartigen Aspekten, sich selbst in sich selbst, seiner Art und seiner Kultur verstrickt &#8211; und das kann nicht gesund sein. <\/p>\n<p>Seht ihr also in Pekinger Strassen eine Langnase kopfsch\u00fcttelnd, mit I-Pod bewaffnet und m\u00fcde, weinend l\u00e4chelnd entlangstrazen &#8230; winkt ihm vielleicht kurz zu und gebt ihm ein paar nette Worte mit. Ich habe geh\u00f6rt, ab und an kann er sowas gebrauchen.<\/p>\n<p>Bis dahin bleibe ich f\u00fcr Euch der &#8220;erste Iserlohner Rapper mit BeiJing Flow&#8221;.<\/p>\n<p>One.<br \/>\nKop ***<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als ich in M\u00e4rz 2007 das erste Mal in China begr\u00fc\u00dft wurde, geschah dies mit den Worten &#8220;Willkommen im Land der unbegrenzten Unm\u00f6glichkeiten!&#8221; Die Anspielung fand ich anfangs lustig, sp\u00e4ter &hellip; <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.mykop.de\/?p=2314\" class=\"btn btn-readmore\">Read More <span class=\"screen-reader-text\"> &#8220;Gegens\u00e4tze, Willk\u00fcr und Unm\u00f6glichkeiten&#8221;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[32,6,18,21,28,23,20],"tags":[116,135,75,267,266,268],"class_list":["post-2314","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aus-dem-leben","category-blog","category-kop","category-koter","category-kultur","category-stuff2read","category-travel","tag-beijing","tag-china","tag-freiheit","tag-internet","tag-verkehr","tag-zensur"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.mykop.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2314","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.mykop.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.mykop.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.mykop.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.mykop.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2314"}],"version-history":[{"count":14,"href":"http:\/\/www.mykop.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2314\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2337,"href":"http:\/\/www.mykop.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2314\/revisions\/2337"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.mykop.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2314"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.mykop.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2314"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.mykop.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2314"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}