{"id":2743,"date":"2010-04-03T18:00:18","date_gmt":"2010-04-03T17:00:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.goingeast.de\/?p=2743"},"modified":"2010-04-03T18:13:28","modified_gmt":"2010-04-03T17:13:28","slug":"begegnung-der-anderen-art","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.mykop.de\/?p=2743","title":{"rendered":"Begegnung der anderen Art"},"content":{"rendered":"<p>Nach einem Telefonat mit Manish und einem frisch aufgegossenen gr\u00fcnen Tee, bin ich in Erz\u00e4hlerlaune und kann versuchen eine meiner letzten Erfahrungen mit Euch daheim zu teilen. Ich kann jedoch jetzt schon vorwarnen, denn so unglaublich merkw\u00fcrdig wie die Situation und das Gef\u00fchl waren, so schwer wird es in Worte zu fassen sein und sicherlich entt\u00e4uschen. Aber nun gut.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.mykop.de\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/2942107443_056523083a.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.mykop.de\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/2942107443_056523083a-300x183.jpg\" alt=\"\" title=\"2942107443_056523083a\" width=\"300\" height=\"183\" class=\"alignnone size-medium wp-image-2744\" srcset=\"http:\/\/www.goingeast.de\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/2942107443_056523083a-300x183.jpg 300w, http:\/\/www.goingeast.de\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/2942107443_056523083a.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><br \/>\n<!--more--><br \/>\nEs war ein unschuldiger Samstagabend. Er war mindestens so unschuldig wie ich selbst, wenn nicht gar einen Tick mehr, falls \u00fcberhaupt m\u00f6glich. Aber definitiv sehr unschuldig, zu Anfang. Ich war also auf dem Weg zu einer Abschiedsfeier, die in der Q-Bar in der Sanlitun Nanlu starten sollte. So weit, so unschuldig. Die Q-Bar ist eine Art stilvolle Bar im obersten Stock eines Hotelgeb\u00e4udes, mit unglaublich toller Dachterasse, die aufgrund des Wetters noch nich er\u00f6ffnet ist. Nun war ich am Vorabend schon mal da gewesen und kannte meinen Weg. Man muss dazu sagen, dass jenes Hotel eines dieser typisch chinesischen Hotels in einer Seitenstrasse einer Seitenstrasse ist, die \u00fcblich mindestens 9 von 5 Sternen haben und unter attraktiven Namen wie &#8220;The Great Emperor&#8221; oder &#8220;The Lucky Dragon&#8221; gef\u00fchrt werden. Einen leicht billigen und sowjet-kitschigen Stil lassen sich solche Etablissements nicht nehmen und laden entsprechend zu \u00dcbernachtungen oder stundenweiser Nutzung ein. Je nach Gusto und Verlangen. <em>Erw\u00e4hnte ich die Unschuldigkeit dieses Abends und auch die Unbelfecktheit meines Hemdes?<\/em> Mag man vom Hotel, seiner Lage und seines Rufs halten was man will, so hat die Q-Bar nun wirklich nichts damit gemein und unterstreicht dann doch eher den gehobeneren Stil, ganz im Sinne von Sehen und Gesehen werden \ud83d\ude42 Und mitten drin ich, geh\u00fcllt in klassischer Bescheidenheit mit schlichten Absichten, auf dem Weg in einen ereignisreichen Abend.<br \/>\nDurch den Haupteingang trete ich nun in die Lobby des Hotels und ziele l\u00e4ssig und unbeeindruckt in Richtung Fahrstuhl. Mein Gang und mein Auftreten strahlen Zuversichtlichkeit aus, ich bin ja nun nicht zum ersten Mal hier und wei\u00df was ich tue. Das Hemd sitzt, die Sneakers folgen dem vorgegeben Weg. Bei all diesen fast einstudierten Abl\u00e4ufen, der Griff geht locker zur Ruftaste des Fahrstuhls, bleibt mir das nette Fig\u00fcrchen vor dem Fahrstuhl nicht verborgen. Weder ihr noch der Lobby habe ich einen deutlichen Blick gewidmet, schweift mein Blick doch in Belanglosigkeit geh\u00fcllt gegen den nicht sichtbaren Horizont und deutlich cool, fast beil\u00e4ufig zu meinem Handy und wieder in Richtung L\u00e4ssigkeit. Das ist meine Stadt und meine Nachbarschaft. Mein Auftreten ist an Coolness kaum zu \u00fcberbieten. Beil\u00e4ufig fallen mir folgende Details auf: Figur nett, Kleidung nicht schlecht, Stil sicher nicht zu billig. Steht sie nun eher direkt zum Fahrstuhl, kann ich sie nur von hinten betrachten, ganz beil\u00e4ufig, ganz wenig Profil ist aus meiner Position zu erhaschen. Ein wenig weniger Belanglosigkeit und ich h\u00e4tte rechtzeitig gemerkt, dass sie den Fahrstuhl bereits gerufen und der Kopf bereits gedr\u00fcckt und bereitwillig aufleuchtet. &#8220;Dirt off my shoulder&#8221; sch\u00fcttel ich diese Tatsache belanglos ab und bin mir meines Auftrittes bewusst. Werde ich noch entspannter, betrete ich den Fahrstuhl noch mit einer nassen Hose, also rufe ich mich zu ein wenig mehr Haltung auf. Dieses Intro zum folgenden Abend dauert bis hierhin vielleicht wenige Sekunden und schon macht sich ein sehr eigenartiges Gef\u00fchl im Bauch und R\u00fcckenmark breit. Irgendetwas stimmt nicht. Doch Haltung und Anspruch an meine eigene Person lassen sich nichts anmerken, meine Blick gleitet beil\u00e4ufig auf mein Handy. W\u00e4hrend ich auf mein Display starre, kommt es mir sehr eigenartig vor, dass die Dame vor dem Fahrstuhl mich scheinbar zu mustern scheint. Eigenartig deshalb, weil ich mir innerhalb von 0.1 Sekunden sicher war, die Kleine spielt in einer h\u00f6heren Liga als ich &#8211; wobei nicht klar war ob nur sie das dachte oder ob es tats\u00e4chlich so war, nur h\u00e4tte mich, nach meinem ersten Eindruck, eine solche Frau niemals eines Blickes und schon gar keines zweiten Blickes gew\u00fcrdigt. Weshalb also verharrt ihr Blick also sp\u00fcrbar auf mir? Hosenstall ist zu, Kn\u00f6pfe an meinem Mantel sind nicht verkehrt gekn\u00f6pft, die Sneaks haben gar keine Schn\u00fcrsenkel. Alles safe. Der Blick verharrt, ich werde unruhig. Hier stimmt mehr nicht, als nur der Blick der sonst nie passieren w\u00fcrde. Der Fahrstuhl rettet mich f\u00fcr einige Augenblicke, der Ankunftston erklingt, die T\u00fcr \u00f6ffnet sich und die Dame, ladies first, tritt ein, ich folge. Um in die Q-Bar zu gelangen, muss man in den 5. Stock fahren und die letzten zwei Treppen in Richtung Dachgeschoss zu Fu\u00df nehmen. Gesagt getan, in einer beil\u00e4ufigen Drehung gleite ich in den Fahrstuhl und bet\u00e4tige zwischen Drehung und l\u00e4ssigem one-eighty extrem l\u00e4ssig den Knopf f\u00fcr die 5. Etage. Selbstverst\u00e4ndlich sehe ich den Knopf f\u00fcr Stockwerk 4 ebenfalls bet\u00e4tigt, nehme das aber zun\u00e4chst gar nicht zur Kenntis, arbeite ich doch an meiner L\u00e4ssigkeit. In all diesen Gedankenfetzen und l\u00e4ssigen Bewegungen, sehe ich ihr Gesicht und ihre intensiven Augen vor mir. Entweder ist das ein Paar ganz besonderer Augen, oder die Dame hat sich zu der Vielfalt des Mack-Ups auch farbige Kontaktlinsen besorgt, die zu dem gebr\u00e4unten Hautton und den dunklen Haaren einen sehr auff\u00e4lligen Blick erzeugen. Ich kann nicht leugnen, dass meine Gedanken sich nur schwer fokussieren lassen da ich eine T\u00fcte Tiefenentspanntheit eingepackt hatte und einen lockeren Abend im Visier hatte. Die Entspanntheit weicht dem Zwang die Gedanken zu sortieren und die Situation schnellstm\u00f6glich zu analysieren und zu fassen, da ich, f\u00fcr mich sehr unerkl\u00e4rlich, mit jedem Meter den der Fahrstuhl nach oben gleitet, nerv\u00f6ser werde und bef\u00fcrchte, dass man mir das deutlich anmerkt. Die Tatsache, dass seit Beginn der Fahrstuhlfahrt ihr Blick erneut auf mir ruht und mich sp\u00fcrbar mustert, hilft mir ganz und gar nicht. Der fast reflexartige Griff zum Handy \u00fcberbr\u00fcckt drei Augenblicke und mir bleibt nichts anderes als den Blick zu erwidern. Ich hebe meinen Kopf ein wenig nach oben, den Blick weg vom Telefon welches nerv\u00f6s und beil\u00e4ufig in meiner linken Hosentasche verschwindet, bis sich unsere Blicke treffen. Diese Augen sind zu auff\u00e4llig, ich notiere gedanklich k\u00fcnstliche Kontaktlinsen und fahre mit meiner Analyse fort. Ebenfalls kann ich Stil und Klamotten erneut als nicht billig und als gar nicht mal ungeschmackvoll best\u00e4tigen, wie schon bei meiner ersten und anf\u00e4nglichen Einsch\u00e4tzung. Die Situation wird jedoch in keinster Weise besser, da ich normal und ohne jeglich Botschaft schaue und ich &#8220;lediglich&#8221; einen von Wimpern betonten Schlafzimmerblick entgegnet bekomme, mit leichter Schieflage des Kopfes. Ich versuche also absolut nichts auszustrahlen, die Nachricht von dr\u00fcben ist mehr als klar und angekommen. Unerkl\u00e4rlich bleibt weiterhin, weshalb sich mein Magen ein wenig zuzieht, mein Puls unregelm\u00e4ssiger wird und &#8230; hatte ich eigentlich eine Nachricht auf mein Handy bekommen oder wie war das noch gleich. Mit einem leicht gr\u00fc\u00dfenden und sehr h\u00f6flichen Nicken verabschieden sich unsere Blicke, ihrer weiter auf mir ruhend, meiner sehr aufmerksam zum Telefon haschend. Der Fahrstuhl erreicht den vierten Stock und mit dem &#8220;Bing&#8221; des Ankunftssignals f\u00e4llt es mir wie Schuppen von den Augen. Das war n Typ &#8230;<\/p>\n<p>Beil\u00e4ufig&#8230;<br \/>\nKop ***<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach einem Telefonat mit Manish und einem frisch aufgegossenen gr\u00fcnen Tee, bin ich in Erz\u00e4hlerlaune und kann versuchen eine meiner letzten Erfahrungen mit Euch daheim zu teilen. 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