{"id":3776,"date":"2011-03-28T20:31:49","date_gmt":"2011-03-28T19:31:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.goingeast.de\/?p=3776"},"modified":"2011-03-29T04:34:16","modified_gmt":"2011-03-29T03:34:16","slug":"lateinamerika-ein-reines-puzzlespiel","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.mykop.de\/?p=3776","title":{"rendered":"Lateinamerika, ein reines Puzzlespiel"},"content":{"rendered":"<p>Man k\u00f6nnte es auch einfach &#8220;Versteckspiel&#8221; nennen, oder gar &#8220;Wer-verarscht-Dich-am-besten&#8221; oder oder oder. Phasenweise ist es die reinste Tortur durch Lateinamerika zu reisen; aber vielleich beginne ich doch einfach von vorne. <!--more--><br \/>\nAntonio und ich sind am Sonntag morgen von Utila aufgebrochen, um mit der F\u00e4hre (6:30 morgens) das Festland zu erreichen. Im Normalfall bedeutet Festland zun\u00e4chst &#8220;La Ceiba&#8221;, von dort sollte es nach San Pedro Sula gehen, was in Honduras als Verbindungsknoten gilt. Die N\u00e4he zur Grenze und allgemeine Lage lassen durchaus Verst\u00e4ndnis f\u00fcr diesen Titel zu. Also morgens aufgebrochen, ca. 1 Stunde mit der F\u00e4hre zum Festland (400L), dort Taxi zum Busbahnhof (50L), von dort Bus nach San Pedro Sula (ca. 60L, meine Erinnerung ist m\u00e4ssig) um dann in San Pedro Sula festzustellen, dass es nur einen Bus t\u00e4glich nach El Salvador gibt, und zwar um 7\/8 Uhr morgens. Somit ist stets eine \u00dcbernachtung in San Pedro notwendig, es sei denn, man erwischt einen Nachtbus und kommt morgens am Terminal an. Interessant ist auch, dass nicht alle Ticketschalter ge\u00f6ffnet sind und somit ein Ticketkauf nicht immer reibungslos funktionieren muss. Neben einer \u00dcbernachtung, kommt einem vielleicht die Idee in den Kopf, einfach\u00a0 m\u00f6glichst nahe an die Grenze zu reisen und alternativ die Grenze zu \u00fcberqueren; oder eben grenznah zu \u00fcbernachten und nicht den Tag zu &#8220;verschwenden&#8221;. Grenznah bedeutet zum Beispiel &#8220;Cop\u00e1n&#8221;, welches u.a. auch touristisch interessant ist, oder auch andere St\u00e4dte die durchaus von San Pedro Sula angefahren werden. Der Grenzposten, welcher hierbei interessant ist, hei\u00dft &#8220;El Poy&#8221;. Ausgeschw\u00e4rmt und erkundigt, f\u00e4hrt wohl ein Bus nach &#8220;Cop\u00e1n&#8221; um 13 Uhr, jedoch gibt es nach Auskunft auch Busse, die zur Grenze fahren. An dieser Stelle sei erw\u00e4hnt, dass der Grenz\u00fcbergang der eigentliche Flaschenhals ist (niemand wei\u00df genau, wann und wie die Grenzen ge\u00f6ffnet sind, man spricht jedoch von 17-19 Uhr, sonntags fr\u00fcher und 30 Minuten sollte man ohnehin abziehen, da aufgrund allgemeiner und spezifischer Zeitverschiebung und Zeitzonendiffusuon viele Grenzposten fr\u00fcher Feierabend machen). Mehrfach versichert, dass es Busse zur Grenze gibt und man diese auch noch passieren werden wird, sei vorab gesagt, dass davon nichts stimmen muss und sich sicherlich auch nicht jeder wirklich damit bel\u00e4sstigt, da kein Passagier wirklich wieder zur\u00fcckreist (wir sprechen immerhin von ca. 5 Stunden Fahrt) um sich zu beschweren. Am Schalter hie\u00df es, man zahle 140L, im Bus selbst waren es schon 150L (Inflation?), wir einigten uns dann doch auf 140L und fuhren los (hier kurz erw\u00e4hnt: Annekdoten zum Thema &#8220;Rip-off&#8221; sind reichlich vorhanden). Nach Stunden des Rumjukelns und &#8220;durch-die-Gegend-bollerns&#8221; kamen wir an. Wir wussten jedoch nicht wo und wurden nur h\u00f6flich samt Gep\u00e4ck rausgebeten. Auf dem Asphalt angekommen, war unser Bus auch schon verschwunden und wir erfuhren, dass wir noch ca. 1 &#8211; 1,5 Stunden von der Grenze entfernt sind und keine Bus zur Grenze f\u00fchren; g\u00fcnstige Unterk\u00fcnfte gebe es die Stra\u00dfe aufw\u00e4rts. Man erkundigte sich also an Bushaltestellen, Tankstellen, Hotels, Restaurants und konsultierte sp\u00e4ter parallel den Reisef\u00fchrer in dem Versuch, all diese Fragmente zusammenzusetzen. Die wahrscheinlichste Option schien der Direktbus, der angeblich von Santa Rosa de Cop\u00e1n nach San Salvador f\u00e4hrt (t\u00e4glich um 8:30) und hier (man wei\u00df immer noch nicht wo man ist) auch kurz hielte. Preis, Reisedauer und Gewissheit blieben aus. Jeder versuchte also Informationen zu platzieren, versichern wollte und konnte nat\u00fcrlich jedoch niemand etwas. Sp\u00e4ter stellte sich raus, dass weiter die Stra\u00dfe aufw\u00e4rts eine Reiseagentur h\u00e4tte weiterhelfen k\u00f6nnen &#8211; Geldautomaten wies die Ortschaft jedoch nicht aus. Es war bereits abends und der Preis f\u00fcr die 1 bis 3-st\u00fcndige Fahrt variierte gem\u00e4\u00df Sch\u00e4tzungen von 5 bis 300 US$ &#8211; wir waren \u00fcber jeder Information \u00e4u\u00dferst dankbar.<br \/>\nAm n\u00e4chsten Morgen hatten wir also die M\u00f6glichkeit ab 5 Uhr morgens auf diverse Busse zu warten, an der Stra\u00dfenecke stehend und hoffend. Unsere beste und wahrscheinlichste Chance sahen wir weiterhin in dem Direktbus und diese sollte im Raum-Zeit-Kontinuum 8-10 Uhr passieren. Als in diesem Zeitraum tats\u00e4chlich ein Bus hielt, fragten wir h\u00f6flich und erfuhren, dass das eben jener Bus zwar existiert, jedoch aufgrund von Demonstrationen nicht f\u00fchre. Es war bis dahin das zweite Mal, dass die Logistik fehlschlug aufgrund von diversen Protestbewegungen &#8211; verr\u00fcckt. Wir nahmen deshalb einfach den Bus, der gerade vor uns war und uns n\u00e4her in Richtung Grenze bringen sollte. Die Ortschaft hei\u00dft &#8220;Ocotepeque&#8221; und wird in alt und neu unterschieden, jedoch nicht von jedem und auch nicht immer, weshalb es nie wirklich m\u00f6glich war zu erfahren, wohin genau wir unterwegs waren, wu\u00dften wir doch, dass der neue Teil der Stadt die gr\u00f6\u00dfere Wahrscheinlichkeit von Anschlussbussen aufzeigte. Erneut variierten die Sch\u00e4tzungen der Fahrtdauer von 50 Minuten bis hin zu 5 Stunden. Interessant war jedoch vielmehr die Art und Weise, wie an dieser Stelle Geld gemacht wird und wurde. Die Fahrt sollte f\u00fcr die volle Strecke 60L kosten, war jedoch nach 10 Minuten beendet, da die Stra\u00dfe aufgrund von Protestbewegungen gesperrt war. War dies bekannt, wurde uns versprochen, dass der gezahlte Preis bereits den Anschlussbus nach Sperrung enthielt und wir waren fast beruhigt. An der Sperrung in &#8220;San Marcus&#8221; angekommen, stiegen alle Personen aus, wir erhielten erst 20L zur\u00fcck, sp\u00e4ter, nach Protest, weitere 10L. Auf die Frage, warum wir nicht mehr erhielten, da die Fahrt doch nur 10 Minuten dauerte, teilte man uns mit, man h\u00e4tte es ja nicht ahnen k\u00f6nnen und sei auch nicht Schuld &#8211; wurde der Stopp nicht bereits im Vorfeld angek\u00fcndigt? Die erstatteten 30L sollten nach Aussage f\u00fcr den Anschlussbus reichen, welcher sich sp\u00e4ter aber als teurer rausstellte (5L f\u00fcr einen Mircobus zum Bus, sp\u00e4ter dann 40L f\u00fcr den weiteren Bus &#8211; der Typ neben mir zahlte f\u00fcr die gleiche Strecke 30L &#8211; ich sch\u00e4tze er war einfach cooler als ich). Weitere 12L brachten uns von Ocotepeque (alt oder neu war mittlerweile egal) zur Grenze, die wir dann erfreut und erleichtert passierten (Anmerkung: Weder Aus- noch Einreise beim Grenz\u00fcbergang kosteten Geld, Stempel gibt es daf\u00fcr auch nicht mehr) die Grenze.<br \/>\nIn El Salvador angekommen (wir sitzen gerade im Bus nach San Salvador), trafen wir auf ein P\u00e4rchen aus El Salvador, welches sich lauthals beschwerte, dass wir weniger (5US$) f\u00fcr die Busfahrt zahlten, als sie. Gut zu wissen, dass es ein allgemeines Ph\u00e4nomen ist, kein touristisches \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Aus El Salvador berichtet<br \/>\nKop ***<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Man k\u00f6nnte es auch einfach &#8220;Versteckspiel&#8221; nennen, oder gar &#8220;Wer-verarscht-Dich-am-besten&#8221; oder oder oder. 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